INVESTMENTBESTEUERUNG WIRD AB 2018 EINFACH!

Das neue Investmentsteuerreformgesetz reduziert die Komplexität der gesetzlichen Regelungen bei Fonds.

Investmentbesteuerung wird ab 2018 einfach!

Durch das neue Investmentsteuerreformgesetz reduziert sich ab 2018 die Komplexität der gesetzlichen Regelungen bei Fonds. Bei einer Veräußerung wird der Wertzuwachs künftig von der Bank besteuert und gegen vorhandene Verluste oder Freistellungen verrechnet.

Gewinne und Verluste bis 31.12.2017 sind nicht betroffen und bleiben weiterhin steuerfrei.

Künftig wird es nur noch folgende steuerpflichtige Erträge aus „Ausschüttungen“, Rückgabe/Veräußerungen von Fondsanteilen“ und „Vorabpauschale“ geben. Zwischengewinne u. Ä. gibt es dann nicht mehr. Fonds gelten ab 2018 als Körperschaft und unterliegen der Körperschaftssteuer. Das bedeutet, dass bei Dividenden eine 15%ige Körperschaftssteuer auf Fondsebene anfällt.

Umgang mit bisherigen Fondsbeständen

Für die Veräußerung der Fondsanteile, die vor 2009 erworben wurden, erhalten Sie als Kunde einmalig einen neu eingeführten Freibetrag in Höhe von 100.000 EUR pro Steuerpflichtigen. Im Gegenzug verlieren Fondskäufe vor 2009, d. h. vor Einführung der Abgeltungssteuer, ihren Bestandsschutz. Der Freibetrag kann nur im Rahmen der Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden.

Ausschüttungen

Ab 2018 ist der gesamte ausgeschüttete Betrag voll steuerpflichtig. Es gibt es keine Steuerfreiheit für ausländische Dividendenerträge bei Geschäftskunden oder Veräußerungen/Rückgaben von Investmentfonds mehr.

Veräußerung/Rückgabe von Publikumsfonds

Hier wird die Berechnung des steuerlichen Ergebnisses erheblich vereinfacht:

Veräußerungserlös

- Anschaffungskosten

- versteuerte Vorabpauschalen während der Haltedauer (Erklärung s. u.)

+ Substanzausschüttungen während der Haltedauer (nur bei Fonds in Abwicklung)

= Gewinn/Verlust

Teilfreistellung

Als Ausgleich für die Besteuerung der Dividenden und Immobilienerträge auf Fondsebene wird ein Teil der Erträge von der Besteuerung freigestellt. Um das Verfahren möglichst einfach zu halten, erfolgt eine pauschale Teilfreistellung. Die Höhe richtet sich nach dem Fonds-Anlageschwerpunkt.

  • Aktienfonds mit mindestens 51 % Aktienanteil: 30 % Freistellung
  • Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienanteil: 15 % Freistellung
  • Immobilienfonds mit mindestens 51 % Anteil an inländischen Immobilien: 60 % Freistellung
  • Immobilienfonds mit mindestens 51 % Anteil an ausländischen Immobilien: 80 % Freistellung

Beispiel zum Zeitpunkt der Ausschüttung

Bei einem Aktienfonds fallen 100,00 EUR Ausschüttungsbetrag an. Bei der Teilfreistellung von 30 % sind somit 70,00 EUR steuerpflichtig. Bei einem Privatkunden mit vorhandener Freistellung würde dieser Betrag in Höhe von 70,00 EUR entsprechend verrechnet werden. Für Kunden ohne Freistellung erfolgt der Steuerabzug durch die Bank. Die Abgeltungssteuer für Privatkunden gilt dabei unverändert weiter. Alle steuerlichen Angaben werden in den Ertrags- und Verkaufsabrechnungen ausgewiesen.

Vorabpauschalen

Vorabpauschalen sind geldlose Erträge und gelten für alle Fonds. Die Pauschalen werden auf Basis des Bestandes per 31.12. eines Jahres ermittelt und gelten steuerlich mit dem 01.01. des Folgejahres als zugeflossen, also erstmals am 01.01.2019. Dies führt unter Umständen zu einer Steuerbelastung, ohne dass eine Geldgutschrift auf Ihrem Konto erfolgt. Die Vorabpauschalen werden pro Monat und pro Depot berechnet. Das bedeutet bei unterjährigen Käufen, dass die Vorabpauschalen nur für die Anzahl an Monaten im Kalenderjahr bezahlt werden müssen, für die Wertpapiere bis Jahresende im Bestand waren.

Steuerbegünstige Anleger

Steuerbegünstigte Anleger mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung erhalten  2019 für ihren Fondbestand einen Investmentanteil-Bestandsnachweis. Damit kann der Anleger die auf der Fondsebene gezahlte Körperschaftssteuer bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) zurückfordern.

Besonderheiten zum Jahreswechsel

Damit für alle Fonds das neue Recht angewendet und ab 01.01.2018 lückenlos die neue Besteuerung greift, wird ein fiktives Rumpfgeschäftsjahr zum 31.12.2017 gebildet. Fondsanteile gelten zum Jahresultimo fiktiv als veräußert und zum 01.01.2018 fiktiv als neu angeschafft. Bei dieser fiktiven Veräußerung erfolgt kein Kapitalertragssteuerabzug.

Bitte beachten Sie, dass Verkäufe und Depotüberträge erst dann möglich sind, wenn wir als Bank von den Gesellschaften die Daten für die fiktive Veräußerung erhalten und diese systemseitig verarbeitet haben. Dies kann dazu führen, dass diese Aufträge verzögert abgearbeitet werden oder Verkaufsgutschriften verzögert auf dem Konto verbucht werden.

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